Man kennt den Menchen nie – Gedankensplitter

Man kennt den Menschen nie.
Man meint ihn nur zu kennen…
Hinter die Fassade kann man selten blicken.
Sehr selten.
Aber bisweilen fällt die Maske ab.
Unversehens.
Und man sieht plötzlich jemand anderen.
Jemand ganz anderen.
Als den, den man zu kennen glaubte…

Wenn ich ehrlich bin.
Du warst anders.
Erfrischend anders.
Und ich hatte dich gern.
Irgendwie.
Mehr als alles andere vertraute ich dir aber.
Ich weiß.
Ich hätte meine Hand für dich ins Feuer gelegt.
Ich war mir sicher.
Ganz sicher.
Und ich stand hinter dir.
Mit Überzeugung.
Mein Gefühl konnte mich nicht täuschen…

Seit ein paar Tagen zweifle ich.
An mir selber.
Vor allem aber an dir.
Ich durfte eine andere Seite von dir kennen lernen.
Keine schöne.
Keine angenehme.
Ich wünschte, ich hätte sie nie kennen gelernt.
Und vielleicht war es gut so.
Trotz allem.
Auch wenn es wehtat.
Auch wenn du ungerecht warst.
Und hart…
Vielleicht hattest du einen schlechten Tag.
Mag alles sein.
Aber das Bild von dir, das ich hatte.
Es hat nicht gewackelt.
Es ist umgefallen.
Und ich hebe es nicht mehr auf…

Deine Worte sind süß wie Honig.
Momentan.
Aber ich halte mich zurück.
Ich zucke zusammen, wenn ich dich sehe.
Und warte förmlich darauf.
Dass sich alles wiederholt.
Dass alles wieder passiert.
Oder fast dasselbe.
Am liebsten würde ich dich gar nicht mehr sehen.
Ich vertraue dir nicht mehr.
Was ist mit mir passiert?
Und was mit dir?
Aber ich denke nicht mehr nach.
Ich möchte einfach meine Ruhe haben.
Trotz unserer Freunde.
Trotz unserer Freundschaft…
Ich möchte meine Ruhe vor dir.
Und vor der Angst in mir…

Ich habe dir vertraut.
Meine Hand hätte ich für dich ins Feuer gelegt.
Ich habe geirrt.
Ich habe geirrt wie so oft.
Man kennt den Menschen nie.
Nicht vor der ersten Krise…

Vivienne/Gedankensplitter

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