Was für ein Abend!
Es regnet.
Es gießt.
Nach so vielen Wochen.
Nach einer kleinen Ewigkeit.
Hat der Himmel seine Schleusen geöffnet.
Es regnet.
Schon seit Stunden.
Und die Luft ist frisch und klar.
Wie lange nicht.
Ich atme den Regen.
Durch das geöffnete Fenster.
Ich atme den Regen.
Wie eine Dürstende in der Wüste.
Ich atme den Regen.
So wie dich…
Wir stehen am Fenster.
Und der Wind streichelt unsere Gesichter.
Das Fallen der Tropfen beruhigt.
Eine süße Melodie.
Fast wie deine Stimme.
Die mir lieb geworden ist.
Und teuer.
Auch deine Stimme berührt mich sanft.
Und dann wieder stürmisch.
Wenn du lachst.
Und fast nicht aufhören kannst.
Ich berge mein Gesicht an deiner Brust.
Und atme dich.
Und deine Nähe.
Deine Zärtlichkeit und Wärme.
Und das Gefühl gebraucht zu werden.
Von dir.
Du brauchst mich.
Wie ich dich brauche.
Wir bedingen uns.
Gegenseitig.
Wir gehören uns.
Wie uns diese Nacht gehört.
Mit dem Regen…
Gleichförmig regnet es weiter.
Wir haben uns umschlungen.
Ganz eng.
Und sagen kein Wort.
Wir lauschen dem Regen.
Und dem Schlagen unserer Herzen.
Und fühlen unsere Körper.
Elektrisiert.
Erregend.
Verbunden.
Durch diese Nacht.
Durch den Regen.
Und noch viel mehr…
Du schließt das Fenster.
Irgendwann.
Und nimmst mich wieder in den Arm.
Begehrend.
Und voller Sehnsucht.
Wie das Land.
Das auf den Regen gewartet hat…
Vivienne/Gedankensplitter