Ich lasse mir nichts anmerken.
Nach außen hin.
Aber ein Sturm tobt in meiner Seele.
Wirbelt alle Zweifel neu auf.
Und reißt die alten Narben wieder auf.
In mir pulsiert ein wilder Schmerz.
Als würde ich noch einmal durch die Hölle gehen.
Durch alle Höllen meines Lebens.
Und es tut weh.
Als wäre es erst gestern gewesen.
Gestern.
Alles Leid verdichtet.
Zu einer dunklen Wolke.
Die über meiner Seele liegt.
Und keinen Ausweg mehr zulässt…
Nie mehr richtig glücklich sein.
Nie mehr glücklich…
Meine Schiffe sind davongeschwommen.
Ich kann sie nicht mehr wahrnehmen.
Am Horizont.
Es gibt keine neuen Pfade mehr zu beschreiten.
Einem ganz schlimmen Schicksal noch entkommen.
Gerade noch.
Verschont von einer furchtbaren Lüge.
Aber das ganz große Glück…
Das habe ich verpasst.
Ich weiß nicht wann.
Aber ich weiß es heute.
Ich weiß es jetzt.
Und das Dunkel in mir drückt mich nieder.
Das Leid ist so furchtbar.
Dass ich nicht mehr weinen kann.
Weil ich schon versteinert bin.
Nein.
Ich will nicht mehr.
Ich kann nicht mehr…
Während diese Gedanken durch meinen Kopf gehen.
Rede ich ganz normal mit meinen Mitmenschen.
Mache dumme Witze.
Für die ich mich schäme.
Fast im selben Augenblick.
Ich hole mir Kaffee.
Und kaue mechanisch einen Müsliriegel.
Und ich spiele allen etwas vor.
Auch mir selber.
Ich mache auf gute Laune.
Und stürze mich in die Arbeit.
Ehrgeizig wie eh und je.
Was wissen sie schon, dass ich mich wie eine alte Frau fühle!
Wehr ahnt, dass ich solche Schmerzen habe!
An der Seele.
Und am Körper.
Dass ich nur mehr funktioniere wie eine Maschine!
Niemand merkt etwas davon.
Ich möchte weinen.
Und kann es doch nicht.
Ich lausche dem Grollen des Donners.
Und warte auf den Regen.
Sehnsüchtig.
Weil mir mit ihm leichter an der Seele wird.
Vielleicht.
Wer sieht mir an.
Was in mir vorgeht?
Wer versteht den Sturm.
Der in mir wütet?
Mir kommt vor, ich stehe im Dunkeln.
Und ich weiß nicht wo…
Vivienne/Gedankensplitter