Müde.
Ich komme von der Arbeit.
Sperre die Tür auf.
Ziehe die Schuhe aus.
Lehne mich an die Wand.
Einen Moment.
Schließe die Augen.
Daheim.
Endlich.
Meine Ruhe…
Minuten später.
Ich flüchte in Routine.
Koche mir eine Suppe.
Gieße die Zimmerpflanzen.
Schlürfe Kaffee…
Ich bin allein.
Allein mit meinen Gedanken.
Mit meinen Ängsten und Zweifeln.
Was soll ich nur tun?
Ich bringe es nicht.
Nein.
Mein Anspruch ist hoch.
Und manchmal…
…da ist der Wunsch übermächtig.
Allem ein Ende zu machen.
Allem.
Einfach nicht mehr sein zu müssen.
Nicht mehr etwas darstellen zu sollen.
Das ich nun mal nicht bin.
Ein Schlussstrich.
Hinter mein trostloses Leben.
Immer nur versagt.
Immer nur gestrauchelt.
Mein Leben – ein Krampf…
Warum nicht alles hinwerfen?
Das Leid abkürzen?
Den Kampf aufgeben…
Später löffle ich die Suppe.
Ohne Appetit.
Nur der Kaffee schmeckt.
Ich könnte von Kaffee leben.
Ganz allein…
Dann sehe ich die Post durch.
Kiloweise Werbung.
Und Rechnungen.
Fröhliche Musik tönt aus dem Radio.
Die Lichter der Stadt gehen an.
Sie machen die Nacht so lebendig.
Ich lebe gerne hier.
Hier.
In meinem kleinen Refugium.
Das grünt und blüht.
In warme Farben getaucht.
So gemütlich.
Mein Heim.
Mein Glück…
Aber wenn die Schatten fallen…
Depression.
Irrational.
Und doch beherrschend.
Die Angst alles zu verlieren.
Was mir lieb und teuer ist…
Keiner kennt die Abgründe in mir.
Keiner ahnt etwas von den dumpfen Höhlen.
Wenn Lachen Fassade ist.
Und die Zicke eigentlich nur weinen möchte.
Und nicht mehr aufhören…
Aus dem Schritt geraten…
Eigentlich sollte es keiner wissen.
Dabei merkt jeder.
Etwas stimmt nicht mit mir.
Manches…
Die Wahrheit kennt keiner.
Will auch niemand wissen.
Man malt sich Bilder über mich.
Die nur die Schemen wiedergeben.
Aber nichts von mir.
Nichts von mir selbst.
Und von der Krankheit meiner Seele.
Sie schreit nach Befreiung.
Aber wer kann sie mir geben?
Niemand.
Niemand außer mir selbst…
Vivienne/Gedankensplitter