Des Lebens Süße ist das Reifen,
wie bei den Äpfeln. Das zu begreifen
fällt uns Menschen oft sehr schwer.
Wir jag’n der Jugend hinterher!
Obwohl sie von uns sehr rasch flieht,
der Mensch in ihr das Wahre sieht,
das Schöne, Gute – so begehrlich.
Doch ist die Jugend sehr entbehrlich.
Sie lenkt uns von den Taten ab,
die jeder Mensch zu schaffen hat.
Manch Stein, uns in den Weg gelegt
wird nur mit Jugend nicht bewegt…
Die Jahre zieh’n, manch graues Haar
bringt uns in Panik, und fürwahr
die Falten, die ein Leben ehren,
gar manchem das Gemüt beschweren.
Man denkt an Botox und an Liften,
was beides ja nicht unumstritten.
Vereinzelt nur wird manchem klar:
Das Alter ist doch wunderbar.
Uns zu erkennen und begreifen
lässt den Menschen wahrlich reifen.
Ein Apfel schmeckt erst richtig gut
mit roten Backen, Saft und Glut
der Sonne aus der Sommerzeit.
Nur so gereift ist er bereit!
Anders sieht der Mensch die Dinge,
die das Leben ihm da bringe!
Ein grüner Apfel möcht’ er bleiben
Hart und grauslich, fast zum Speien!
Die Grünlichkeit erhebt er doch
zum Ideal, worauf er pocht.
So nach und nach stellt sich heraus:
Die Welt, sie wird ein Apfelhaus!
Voll Äpfel, hart und grün wie möglich.
Der Mensch schlägt sich durch’s Leben kläglich.
So vieles hat er nicht begriffen –
Dabei zeigt stolz er auf sein Wissen.
Wir können unsere Welt zerstören,
der Weltraum kann bald uns gehören!
Wir drohen anderen mit Atom,
beziehen auch daraus unseren Strom.
Computer macht das Leben leicht,
und unsere Forschung? Unerreicht!
Und doch bleibt noch so vieles offen…
Mensch zu sein, darauf zu hoffen
sind meilenweit wir noch entfernt!
Das haben wir noch nicht gelernt…
Vivienne/Gedankensplitter