Ungerührt – Gedankensplitter

Es stimmt schon.
Du sagst nichts.
Du tust ungerührt.
Total ungerührt.
Du zeigst keine Regung.
Keinen Gemütszustand.
Wenn ich nicht rede.
So schweigst du auch.
Wenn ich etwas brauche.
Tauchst du kurz auf.
Aus der Versenkung.
Um wieder ins Dunkel abzutauchen.
Manchmal schüttle ich den Kopf über mich.
Dich habe ich geliebt!
Einen Mann, der nicht reden kann.
Der schwieg.
Wenn ich Antworten gebraucht hätte.
Der schwieg.
Als mich mein Kummer über dich kaputt machte.
Und der mir das Lachen aus dem Gesicht geschlagen hatte.
Du hast geschwiegen.
Die ganze Zeit.
Völlig ungerührt…

Es hat mit Selbsthass zu tun.
Wenn man sich laufend in Männer wie dich verliebt.
Die kein Gefühl kennen.
Die nur Kälte um sich verbreiten.
Und Schweigen.
Das schmerzhafter ist als der Tod.
Was kann mir noch passieren?
Ich denke nichts.
Ich habe dich überstanden.
Mit deiner Berechnung.
Mit deiner Gefühlkälte.
Mit deinem Schweigen.
Ich habe dich aus meinem Innersten gerissen.
Und ein neues Leben begonnen.
Ich weiß nicht, wie es weiter gehen wird.
Aber ich brauche niemanden.
Keinen wie dich.
Vielleicht hast du die Liebe getötet in mir.
Das kann schon sein.
Aber wenigstens bin ich frei.
Ich hoffe nicht mehr auf dich.
Ich habe dich in die Wüste geschickt.
Aus meiner Nähe verbannt.
Damit du mir nicht mehr wehtun kannst.
Völlig ungerührt.

Wir haben einmal viel geredet.
Und viel gelacht.
Viel Zeit miteinander verbracht.
Wann immer es möglich war.
Ein sinnloser Weg miteinander.
Der mich vom Ziel abgebracht hat.
Meilenweit.
Das weiß ich längst.
Du warst nicht für mich bestimmt.
Nicht als Liebster.
Und nicht einmal als Freund…
Du warst mir eine Lehre.
Reden ist Silber.
Schweigen ist Gold.
Das Motto deines Lebens.
Du hast schon einmal jemanden verloren.
Durch dein ungerührtes Schweigen.
Weil du glaubtest.
Es ging dich nichts an.
Sie wollte nichts mehr mit dir zu tun haben.
Obwohl du ihr nachgelaufen bist.
Aber sie ließ das kalt.
Völlig ungerührt…

Mir bist du nicht nachgelaufen.
Als Mensch war ich dir nicht so viel Wert.
Vielleicht hast du sie ja doch geliebt.
Während ich nur Mittel zum Zweck war.
Und das liebt man nicht.
Das nutzt man aus.
So lange es nur geht.
Aber nicht mehr mich.
Das hast du erkennen müssen.
Die Tür ist zu.
Du brauchst nicht zu hoffen.
Sie wird nicht mehr aufgehen.
Nie mehr.
Ich werde meine Haltung nicht ändern.
Nicht deinetwegen.
Ich brauche mich nur zu erinnern.
Wie kalt du warst.
Als ich durch die Hölle ging.
Deinetwegen.
Das kannst du nicht gut machen.
Nie mehr.
Ich habe dich aus meinem Leben gestrichen.
Endgültig.
Völlig ungerührt…

Vivienne/Gedankensplitter

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