Warum an morgen denken? – Gedankensplitter

Manchmal bist du so nachdenklich.
Fast als würdest du grübeln.
Wie es weitergeht mit uns.
Was sein wird.
Was sein könnte.
Du hinterfragst vieles.
Bisweilen zu viel.
Ich verstehe schon was in dir vorgeht.
Aber haben wir nicht so viel?
Warum an Morgen denken?
Warum?
Haben wir nicht so viel?
Gehört uns beiden nicht die ganze Welt?
Mehr als manch anderen.
Die ihren Bund geregelt haben.
Ganz offiziell.
Vor dem Gesetz geeint.
Mann und Frau.
Und eben doch nicht.
Weil sie die Gewohnheit verbindet.
Mehr als alles andere.
Und nicht mehr die Liebe…

Du gibst es nicht zu.
Im Grunde weißt du genau:
Ich habe Recht.
Mit uns geht es nicht anders.
Und das müssen wir akzeptieren.
Ich pfeife auf einen Trauschein.
Und darauf, die strahlende Frau an deiner Seite zu spielen.
Wozu?
Vielleicht bin ich sogar glücklicher.
Wenn wir uns nicht so oft sehen.
Dafür intensiv.
Und voller Sehnsucht füreinander…
Wenn du nicht bei mir sein kannst.
Aber ich weiß.
Deine Gedanken sind bei mir.
Und nur dort.
Und dass es dir das Herz brechen würde.
Würde ich unser Band durchschneiden.
Im Verborgenen geknüpft.
Und doch stark wie ein Seil.
Es würde dir wehtun.
Wenn ich mir einen anderen suchte.
Aber wir gehören vor den anderen nicht zusammen.
Unmöglich.
Was würden die Leute sagen?
Und erst deine Frau…?

Weißt du, ich brauche das alles nicht.
Mir genügt deine Liebe.
Und dass wir einander gefunden haben.
Ich verlange nicht nach mehr.
Wenn du mich nur liebst.
Und dass ich dir gehöre.
Dass muss ich dir nicht erst sagen?
Oder?
Warum an morgen denken?
Es ist alles noch so weit weg.

Gib mir deine Hände.
Leg deinen Kopf in meinen Schoß.
Schlaf ein mit mir.
Vergiss das Morgen!

Vivienne/Gedankensplitter

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