Ein LKW brüllt unten am Fenster vorbei.
Bedrohlich.
Leichter Nieselregen.
Und der Wind frischt auf.
Böig.
Rüttelt die Bäume.
Blassgelber Himmel.
Mit grauen Klecksen.
Sie sehen fast wie Watte aus.
Ich sitze am Schreibtisch.
Stütze den Kopf auf.
Schließe die Augen.
Immer wieder.
Migräne.
Sie quält mich.
Schon den ganzen Tag.
Penetranter Kopfschmerz.
Mal an den Schläfen.
Dann wieder am Hinterkopf.
Oder einfach dumpf hinter der Stirn.
Morgen wird es wieder anders sein.
Aber jetzt martert der Schmerz.
Auch wenn ich ihn am Tag verstecken konnte.
Hinter falscher Fröhlichkeit.
Um mich abzulenken.
Vom Denken.
Wo der Schmerz als nächstes toben wird.
Er überrascht mich immer wieder.
Unversehens.
Mit Intensität.
Und mit Schwere.
Ich weiß.
Es liegt am Wetterumschwung.
Der Kreislauf.
Aber Tabletten greifen nicht.
Oder kaum.
Ich sinke in mir zusammen.
Bedecke meine Augen.
Und fühle nur den Schmerz.
Ich schrecke hoch.
Halb eingenickt.
Die Luft ist frisch.
Angenehm kühl.
Und ich fühle mich wieder leichter.
Der Kopfschmerz hat nachgelassen.
Der Himmel noch immer Grau.
Der Wind füllt den Raum mit sanfter Brise.
Ich atme tief ein und aus.
Das tut gut.
So gut…
Eine kleine Fliege am Fenster.
Dann fliegt sie davon.
Aber kein Regen.
Geschnittenes Gras.
Leicht gebräunt von der Sonne.
Und die Heckenrosen haben ausgeblüht…
Weiter vorn färbt sich der Himmel noch dunkler.
Fast blaugrau.
Wolken bringen Regen.
Es wird kalt morgen.
Und nass.
Und die Migräne ist plötzlich weg…
Vivienne/Gedankensplitter