Ich lebe gut.
Besser als lange Zeit.
Geheilt von alten Krankheiten.
Und schlechter Liebe.
Die mich fast gebrochen hätte.
Es geht mir gut.
Nie hätte ich vor Jahren das zu hoffen gewagt…
Herr meiner selbst.
Unabhängig.
Und glücklich.
Glücklich wie lange nicht.
Befreit und beschwingt.
Und irgendwie jung.
Jünger als ich jemals zuvor war.
Den Stein am Rücken habe ich endlich abgelegt.
Und dorthin verfrachtet.
Wo er hingehört…
Ich genieße das Leben.
Mehr als das.
Ich kann wieder träumen.
Einfach so.
Der Vorfrühling bringt die Gefühle zum Wachsen.
Verschämt recken sie sich an die Oberfläche.
Wie Krokusse durch den Schnee.
Nur manchmal…
Wenn ich nachts wach liege.
Dann frisst sich die Einsamkeit in mich zurück.
Dann starre ich an die Decke.
Beiße auf meine Lippen.
Schlucke das Schluchzen.
Und wische die Tränen weg.
Ich habe so vieles.
Aber eines fehlt mir.
Liebe.
Große Gefühle.
Angenommen werden.
Wie ich bin.
Ich weiß nicht mehr.
Wie sich Liebe wirklich anfühlt.
Wie das ist.
Wenn man sich verliebt.
Und nicht bloß wieder verschaut.
In jemanden, der es nicht Wert ist…
Ich fürchte fast.
Ich muss es neu lernen.
Lernen mich zu geben.
Und lernen zu riskieren.
Liebe ist immer Risiko.
Liebe kann immer wehtun.
Und ich habe Angst davor.
Ich weiß es.
Große Angst.
Aber wenn ich daran denke.
Nichts ist wie geliebt werden.
Nichts auf dieser Welt.
Nichts ist wie die Liebe eines Mannes.
Der mich will.
Und keine sonst…
Ich will es spüren.
Endlich wieder spüren.
Wie sich Liebe anfühlt…
Vivienne