Wie oft… – Gedankensplitter

Wie oft ließ ich mich narren!
Narren im Namen der Liebe.
Narren als Zeichen der Freundschaft.
Narren…
Aus den unterschiedlichsten Gründen.
Und am meisten narrte ich mich selbst.
Auf der Suche nach Liebe und Anerkennung.
Blieb ich auf der Strecke.
Weil ich nichts für mich tat.
Sondern immer nur für andere.
Ein tränenreicher Kampf um ehrliche Gefühle.
Die ich mir selber nicht Wert war.
Unbewusst.
Darum tat ich mir selber weh.
Mit jedem Gefühl für Taugenichtse.
Die ich meiden hätte müssen.
Umgehen in einem großen Bogen.
Liebe.
Unerreichbar für mich.
Weil ich mich selbst nicht liebe…

Wie oft hoffte ich wieder!
Wenn ich andere Leute traf.
Und mich neu verliebte.
Ich begriff langsam wo mein Fehler lag.
Und ließ mich nicht mehr in alles drängen.
Aber auch was ich für mich selber machte.
Vermeintlich.
Geriet zum Fallstrick.
Weil ich zu naiv agierte.
Und die Selbstsucht der Menschen förderte.
Und sie nicht durchschaute.
Auch war ich mir ehrliche Liebe noch immer nicht Wert.
Nach wie vor nicht.
Vielleicht traf ich sogar manchen.
Dem ich gefallen hätte.
Auf meinen Wegen.
Aber keiner fiel mir auf.
Weil ich blind einem anderen folgte.
Oder es versuchte.
Denn der ließ mich nicht an sich heran.
Nicht zu nah.
Aus gutem Grund.
Er wollte mich benutzen.
Nicht lieben…

Wie oft ging es mir ähnlich!
Wie oft!
Und ich weiß nicht, wann es vorbei sein wird.
Dieses Dilemma.
Wird es je enden?
Wo ich mich doch selbst nicht lieben kann?
Wie durchschlage ich den Gordischen Knoten?
Ich weiß woran es liegt.
Ich weiß, dass ich mich ablehne.
Tief in mir drin.
Aber wie lege ich den Schalter um?
Auf dass ich anfange mich zu mögen?
Zu akzeptieren, wie ich bin?
Und dass ich ein liebenswerter Mensch bin?
Trotz aller Ecken und Kanten?
Ich weiß es nicht.
Und ich werde mich wohl in Jahren wieder fragen.
Wie oft ich mich noch narren lasse.
Wie oft ich noch leiden muss.
Weil ich mich selber hasse…

Vivienne/Gedankensplitter

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