von Vivienne – Februar 2004
Willkommen im unbegrenzten Europa!
Was macht Vivienne, wenn Sie nicht für die Bohne rührig tätig ist? Vielleicht haben Sie sich ja schon das eine oder andere Mal diese Frage gestellt. Nun, ich führe in der Tat ein Leben neben der Bohnenzeitung, das können Sie mir glauben, liebe Leser. Natürlich habe ich einen Beruf, ich arbeite in einer großen Firma im Linzer Zentrum. Ein Job, der meinen ganzen Einsatz fordert, aber ich mach ihn gern. Dazu verfüge ich über eine zahlreiche Verwandtschaft und zudem kann ich auch auf ein paar Freunde und Bekannte zählen, die zum Teil die letzten nicht immer einfachen Jahre überdauert haben.
Klarerweise verbringe ich daheim viel Zeit am Computer, aber nicht immer führt mich der Internet Explorer auf www.bohnenzeitung.com oder andere Einsatzorte von mir im Web. Ich surfe oft auch ganz woanders, und regelmäßige Leser meiner Kolumne wissen vielleicht, dass es eine Seite im Netz gibt, die ich so ganz besonders schätze: www.seelenfarben.de, von Engelbert. Engelbert hat da eine wunderschöne Mixtur für Jedermann zusammengetragen, von Desktopmotiven bis zum Kalenderblatt, vom Grußkartenversand bis zur Wunderkiste eine Homepage, an der man sich kaum satt sehen und immer wieder Neues entdecken kann. Ich kann sie jedem nur weiterempfehlen!
Schon vor längerer Zeit hat Engelbert die Teefee Karin und ihr Geschäft auf seiner Seite vorgestellt. Bei Karin gibt es nicht nur exzellenten Tee sondern auch die fachliche Beratung, die jeden Teetrinker entzückt. Da ich das eine oder andere mal schon auf Engelberts Homepage gepostet habe, bekam ich diese Woche ein Angebot von Karin für ein Sortiment von Tees, speziell für die Fastenzeit zusammengestellt. 10 Euro nur sollte dieses Paket kosten, zuzüglich Porto, und da ich im Grunde Tee als mein liebstes Grundnahrungsmittel genieße, empfand ich sofort eine starke Affinität zu diesem Angebot.
Ich setzte mich also interessiert via Email mit Karin in Verbindung und erkundigte mich, wie es mit dem Versand nach Österreich aussieht. Leider hatte die Teefee in ihrer raschen Antwort keine guten Nachrichten für mich. Per Nachnahme rechnet sich der Versand überhaupt nicht, ab 12 Euro aufwärts verteuert sich dadurch das Paket. Sie schlug mir daher vor, das Sortiment per Vorauskasse anzufordern, sie musste mir aber eingestehen, dass selbst diese Möglichkeit den Preis auf 18,50 Euro erhöhen würde. Damit sich die unerhört hohen Portokosten für mich doch noch lohnen könnten, wies mich die rührige Geschäftsfrau noch darauf hin, dass der Kauf von zusätzlichen Teepäckchen den ganzen Deal rentabler machen würde.
Mir ist der Appetit auf Tee aus deutschen Landen dadurch aber eher vergangen. Zwar überlege ich noch, aber wenn ich ehrlich bin, geht mir das hohe Porto gewaltig gegen den Strich. Unter diesen Umständen kann und will ich nicht kaufen. Natürlich mache ich der Teefee keinen Vorwurf deswegen, sie ist ja nicht verantwortlich für das seltsame Gebaren der deutschen Post in einem angeblich geeinten Europa. Sie muss sich nur an die Modalitäten halten. Die Bürokratie in unserer Europäischen Union steht einem wahrhaft grenzenlosen Kontinent, in dem schon großartig die Osterweiterung beschlossen wurde, bevor überhaupt das Stammland so richtig eins geworden ist, ziemlich im Weg.
Ist es nicht im Grunde lächerlich, wenn bei einem Versand eine läppische Grenze, die im Grunde offiziell gar keine mehr sein dürfte, die Zusendung eines simplen Päckchens auf groteske Weise in die Höhe treibt? Keine Mauern mehr? Dass ich nicht lache! Zwar keine aus Stein, aber dafür aus bürokratischen Hürden, die Europa nicht einen sondern trennen. So werden die Länder in der Union nie zusammenwachsen, wenn die Gesetzgebung allgemein und zum Beispiel eben der (unions-)interne Postweg speziell nicht vereinfacht werden. Aber womöglich liegt das gar nicht im Interesse der einzelnen Staaten. Mir scheint fast, es will ja trotzdem jeder sein eigenes Süppchen kochen
Und ich werde wohl vorerst auf meinen Tee verzichten müssen. Schade. Ich hätte gern einmal die viel gerühmte Qualität von Karins ausgesuchten Tees auf meinem Gaumen geschmeckt. Jetzt werde ich wohl solange drauf warten müssen, bis ich bei Gelegenheit höchstpersönlich Karin in ihrem Geschäft aufsuchen kann Wir kommen schon ins Geschäft!
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