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12.08.2005, © Vivienne
Was tun?
Wie weit geht die Verantwortung für unsere Mitmenschen?
Dem Menschen sind oft die Hände gebunden.
Wenn er helfen möchte.
Wenn er Rat und Tat spenden will.
Aus Hilfsbereitschaft.
Aus Liebe.
Aus Engagement.
Wenn jemand in Not ist.
Vor einer schwierigen Entscheidung steht.
Die Erfahrung lehrt.
Nicht jeder will sich helfen lassen.
Der gute Rat wird ignoriert.
In den Wind geschlagen.
Jemand läuft lieber in sein Unglück.
Vielleicht mit offenen Augen.
Oder auch nur vermeintlich.
Was uns am Herzen liegt.
Berührt den anderen manchmal wenig.
Man mag deshalb arrogant wirken.
Abgehoben.
Oder auch belehrend.
Das mag bisweilen den verletzen, dem unsere Hilfe gilt.
Der alte Spruch hat noch immer gültigkeit:
Gehe drei Monate in den Mokassins eines anderen.
Bevor du ihn beurteilst.
Und dich in sein Leben einmischt.
Das kommt noch dazu.
Muss man sich immer einmischen?
Muss man etwas tun?
Vermeintlich jemand retten?
Nein, man muss nicht.
Jeder lebt sein Leben.
Jeder soll selber entscheiden.
Auch wenn einem selber erscheint:
Es ist ein Fehler.
Jeder wie er kann und will.
Und es ist wichtig zu wissen wie man will.
Das wissen nicht viele.
Oder einfach zu wenige.
Der gute Rat muss auch nicht immer in die richtige Richtung führen.
Manchmal ist keine Entscheidung richtig.
Sie führen in Pattsituationen.
Oder in Sackgassen.
Deshalb sollte man seinen Rat nicht aufdrängen.
Sich anbieten ist ok.
Niemals aber lehrmeistern!
Damit erreicht man genau das Gegenteil.
Das Gefühl muss einem sagen:
Bis hierher und nicht weiter.
Ab nun ist es seine Sache allein.
Wer diese Grenze übersieht.
Sollte sich fragen.
Will ich nur helfen?
Oder mich wichtig machen?
Natürlich hat man eine Verantwortung für seinen Mitmenschen.
Aber die gilt eben nur bis zu dieser Grenze.
Der Mensch trägt auch Selbstverantwortung.
Und die zählt noch viel mehr!
So sehr es manchmal auch schmerzt.
Manchmal muss man zusehen wie jemand etwas Falsches tut.
Einen Fehler macht.
Schwerwiegend vielleicht.
Aus eigener Entscheidung heraus.
Es hat keinen Sinn sich darüber zu ärgern.
Oder sich verantwortlich dafür zu fühlen.
Wer seinen Nächsten akzeptiert, akzeptiert auch seine Fehler.
Das gehört dazu.
Man kann nicht jedem helfen.
Und sollte sich bisweilen auch ruhig nur mit sich selbst beschäftigen.
Damit es nicht andere für ihn tun
Vivienne
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