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21.12.2005, © Vivienne

Weihnachten und seine Erwartungshaltungen

Kaum ein Fest ist wie Weihnachten.
Mit übergroßen Erwartungshaltungen verbunden.
Alles muss perfekt sein.
Niemand darf unzufrieden sein.
Und alle müssen friedlich und liebevoll miteinander umgehen.
Ganz im Sinne des Festes:
Friede auf Erden.
Dein Menschen ein Wohlgefallen…
Die Realität sieht anders aus.
Es wird gestritten.
Oft, dass die Fetzen fliegen.
Frust und Enttäuschung regieren.
Unpassende Geschenke.
Alte Zwistigkeiten leben auf.
Fresssucht sorgt für Völlegefühl.
Mitunter auch für Gallenkoliken.
Oder eine handfeste Gastritis.
Alle Jahre wieder derselbe Stress.
Alle Jahre wieder ist das Ziel nahezu unerreichbar.
Wie denn auch?
Wenn man einem Traum nachjagt?

Fakt ist doch:
Weihnachten ist ein Tag wie jeder andere auch.
An dem man gut drauf sein kann.
Oder weniger gut.
An dem einem der Partner auf den Geist geht.
Oder auch nicht.
Diese „Familienzusammenführungen“.
Sind doch ein erzwungener Zustand.
Warum mit jemandem treffen?
Mit Brachialgewalt?
Den man doch sonst auch nicht sieht?
Oder gar nicht sehen will?
Das kann nur schief gehen!
Nicht Weihnachten ist schuld am Gefühlschaos.
Wir selbst sind es.
Mit unseren unrealistischen Erwartungen.
Mit unserer Sucht nach Harmonie.
Nach Liebe und Zugehörigkeit.
Dinge, die wir im Kollektiv erzwingen wollen.
Mit der lieben Verwandtschaft.
Seltsam.
Sonst ist es uns doch auch kein Anliegen.
Den Alltag in ein Paradies zu verwandeln.

Warum gerade Weihnachten?
Wo uns Stress und Unruhe schon Wochen vorher zeichnen?
Konsumsucht uns um jedes natürliche Gefühl bringt?
Und wir doch eigentlich mehr Zeit für uns selber bräuchten?
Und die Allernächsten?
Fromme Märchen haben uns in dieses Dilemma gebracht.
Christi Geburt wurde Weihnachten ein Denkmal gesetzt.
Trotzdem tobt weltweit an diesem Tag der Krieg.
Trotzdem verhungern auch wieder Tausende Menschen.
Oder sterben Kinder.
Ohne das erste Lebensjahr erreicht zu haben.
Der Heilige Abend ist ein Tag wie jeder andere.
An dem Christie Ideale mit Füßen getreten werden.
Warum sehen wir das nicht ein?
Wir müssen nichts erzwingen.
Und vor allem nichts erwarten.
Nichts Großartiges.
Was wir brauchen für Weihnachten ist Gelassenheit.
Mehr als je.
Gelassenheit.
Pannen hinzunehmen.
Über Streitereien nicht zu verzweifeln.
Diesen ganz besonderen Tag.
Sollten wir unsere Harmoniesucht ganz fest einsperren.
Und nicht mehr auslassen.
Bis die Feiertage vorüber sind.
Die Welt geht nicht unter.
Weil nicht alles so läuft wie geplant.

Und wenn wirklich alles schief geht:
Haken Sie das Weihnachtsfest ab!
Das Glück Ihres Lebens hängt nicht davon ab.
Aber dafür um so mehr von den Menschen, die sie lieben.
Und die Sie um sich haben möchten.
Nicht weil Weihnachten ist.
Sondern, weil Sie es sich wünschen.
Bedenken Sie das.
Bevor Sie wegen Kinkerlitzchen schmollen…
Weihnachten vergeht.
Aber diese Menschen bleiben…

Vivienne

 

 

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