Das erste Mal in meinem Leben…
Ich fürchte mich.
Nicht um mich.
Nein.
Um das Wesen in mir.
Das existiert.
Das lebt.
Schwach und verletzbar.
So winzig…
Nicht gewollt.
Nicht erwartet.
Nicht erhofft…
Und nun stehe ich da.
Mit einem Korb voller Verantwortung.
Obwohl es noch nicht da ist.
Obwohl es erst in einem halben Jahr da sein wird…
Auf dieser Welt…
Mein Kind.
Ich sage es fast erschrocken.
Es lebt in mir.
Und ich muss Acht geben.
Sorgen.
Denken.
Und leben.
Für zwei.
Man kann so viel falsch machen.
Wenn man schwanger ist.
So vieles ist tabu.
Die Liste ist endlos.
Und mir wird schwindlig.
Wenn ich daran denke.
Was passieren könnte.
Wo versteckte Gefahren lauern.
Nämlich überall.
Und niemand kann mir helfen dabei.
Diese Last abnehmen.
Zumindest für kurze Zeit.
Unmöglich.
Es ist da.
Und nimmt mich mit Beschlag.
Obwohl es noch niemand weiß.
Obwohl es noch niemand sehen kann.
Oder ahnen könnte…
Es ist da.
Und ändert mein Leben.
Von einer Stunde auf die andere.
Nie mehr wird mein Leben so sein.
Wie noch gestern.
Nie mehr.
Werde ich leben.
Ohne an es zu denken.
Ohne zu fühlen und zu spüren.
Es wird immer ein Teil von mir sein.
Tief in mir geborgen.
Auch wenn es erwachsen ist.
Und weit weg.
Mein Kind…
Diesen lyrischen Zeilen liegen keine autobiographischen Erfahrungen zugrunde…
Vivienne/Gedankensplitter