Neue Bohnen Zeitung


von Vivienne  –  März 2005


Um den geliebten Menschen kämpfen…?

Wer kennt die Situation nicht?
Eine Dreiecksgeschichte.
Zwei Menschen buhlen um eine geliebte Person.
Mann oder Frau ist dabei unerheblich.
Völlig.
Aber es tut weh.
Den beiden Rivalen.
Oder Rivalinnen.
Vielleicht auch dem umschwärmten Menschen selber.
Weil er sich nicht entscheiden kann.
Oder sie…

Lohnt es in diese Situation um einen Menschen zu kämpfen?

Schwierig zu sagen.
Ich habe es getan.
Und würde es nie wieder tun.
Weil ich dabei auf der Strecke blieb.
Menschlich.
Und als Frau.
Heute sage ich:
Nie mehr.
Nie mehr rivalisiere ich um den Mann, den ich liebe.
Entweder er kommt von selbst.
Oder er soll es bleiben lassen.
Es liegt mir nicht mich anzubiedern.
Und ich bin auch stolz.
Ich gebe es zu.
Sehr stolz.
Ich denke, es ist mein Recht zu fordern:

Entscheide dich.
Sie oder ich!

Nicht selten profitiert mann von so einer Situation.
Will weder auf die eine noch auf die andere verzichten.
Aus Bequemlichkeit.
Und Eigennutz.
Warum eine?
Wenn ich beide haben kann?
Frau ist da meistens nicht viel anders.
Nicht sehr fair.
Alles andere als das.
Im Grunde einfach fies.
Ganz offen gesprochen.
Und ich mache mir das nicht mehr mit.
Soll er entscheiden!
Aber dann klar und endgültig.
Ohne Hintertür.
Ich hasse es.
So halb und halb.
Ich bin sehr direkt.
Und fordere das auch von anderen.
Gerade in der Liebe.
Weil der direkte Weg auch der Unmissverständlichste ist.
Meistens.
Klare Verhältnisse.
Heißt bisweilen Tränen.
Blessuren.
Leid.
Aber auch.
Der Schmerz wird irgendwann wieder vergehen.
Die Wunden heilen.
Und man öffnet sich für jemand Neuen.

Es mag Leute geben, die anders denken.
Leute, die kämpfen und nicht aufgeben.
Selbst wenn die Würfel längst gefallen sind.
Gegen sie…
Bewundernswert einerseits.
Aber nicht meines.
Ich bin lieber allein.
Als dass ich den geliebten Menschen mit jemand teile.
Ganz oder gar nicht.
Ein absoluter Anspruch.
Ich weiß.
Ein Zeichen von heftiger Eifersucht.
Ich gebe es zu.
Wenn ich liebe dann ganz oder gar nicht.
Nicht ein bisschen hier.
Und ein bisschen da.
Und wer möchte noch?
Das lose Herumgevögle dieser Zeit ödet mich an.

Da bleibe ich lieber allein…
Als mich anzupassen.
An einen Zeitgeist, der Liebe runiert…

Vivienne

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